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Ratgeber

Mannschaftskasse führen: Konto, Regeln, Strafen

Mit der Mannschaftskasse zahlt ihr Getränke, den Mannschaftsabend und die Abschlussfahrt. Sie sorgt aber auch zuverlässig für Streit, wenn keiner weiß, wer was offen hat. So führt ihr sie sauber.

Aktualisiert am

Geldkassette mit Münzen und Scheinen auf einem Tisch im Vereinsheim

Wofür eine Mannschaftskasse da ist

Die Mannschaftskasse ist das Geld der Mannschaft, nicht das des Vereins und nicht das des Trainers. Sie bezahlt, was die Mannschaft zusammenhält und was der Verein nicht übernimmt. Typisch sind:

  • Einnahmen: Strafen aus dem Strafenkatalog, ein kleiner Monats- oder Saisonbeitrag, Spenden von Sponsoren oder Gönnern, Erlöse aus einem Grillstand beim Heimspiel.
  • Ausgaben: Getränke nach dem Spiel, Mannschaftsabend, Weihnachtsfeier, Abschlussfahrt, Geschenke zu Hochzeiten oder Geburten, Blumen für die Trikotwäsche.

Bargeld, Konto oder App?

Die meisten Kassen fangen als Geldkassette an und werden irgendwann zu klein dafür. Die drei üblichen Wege im Vergleich:

WegGut, weilSchwierig, weil
Bargeld-Kassettesofort startklar, Strafen direkt in der Kabine bezahltkeiner weiß den Stand, Geld verschwindet, Kassenwart trägt das Risiko
Eigenes Kontonachvollziehbare Buchungen, Überweisung statt KleingeldKontoinhaber haftet, oft Gebühren; mit dem Verein abstimmen
App plus Konto oder Kassejeder sieht offene Strafen und den Kontostand, weniger Nachfragenalle müssen die App nutzen; das Geld liegt trotzdem irgendwo

Eine App ersetzt das Geld nicht, sondern die Liste: Wer hat welche Strafe, wer hat bezahlt, wie viel ist da. Das ist der Teil, der am meisten Streit auslöst.

Wer die Kasse führt

Nicht der Trainer. Er vergibt Strafen, dann sollte er nicht auch das Geld verwalten. Bewährt hat sich ein Kassenwart aus der Mannschaft, am besten jemand, der zuverlässig beim Training ist und keine Scheu hat, Geld einzufordern.

  • Vier-Augen-Prinzip: Ein Zweiter (Kapitän oder Betreuer) hat Einblick und prüft am Saisonende.
  • Klare Rechte: Strafen vergeben darf, wer dafür bestimmt ist. Als bezahlt abhaken darf nur der Kassenwart.
  • Vertretung: Legt fest, wer übernimmt, wenn der Kassenwart verletzt ist oder aufhört.

Regeln, die ihr festlegen solltet

Beschließt zu Saisonbeginn gemeinsam und schriftlich:

  1. Wofür das Geld ausgegeben wird, und ab welchem Betrag vorher abgestimmt wird.
  2. Welche Strafen es gibt und wie hoch sie sind (siehe unten).
  3. Bis wann Strafen bezahlt sein müssen, zum Beispiel bis Monatsende oder vor dem nächsten Heimspiel.
  4. Ob es einen Beitrag gibt, und ob er für Verletzte oder Studenten ermäßigt ist.
  5. Was bei einem Wechsel oder Saisonende mit dem Geld passiert.

Hängt die Regeln in die Kabine oder, besser, legt sie dort ab, wo alle sie jederzeit finden. „Hab ich nicht gewusst“ zieht dann nicht mehr.

Strafenkatalog: bewährte Beträge

Die Beträge unten sind Richtwerte, wie sie in vielen Amateurmannschaften üblich sind, keine feste Norm. Passt sie an eure Liga und an das an, was eure Spieler zahlen können. Eine Strafe soll erziehen, nicht wehtun.

VergehenRichtwert
Zu spät zum Training2–5 €
Zu spät zum Treffpunkt beim Spiel5–10 €
Unentschuldigt beim Training gefehlt5–10 €
Nicht rechtzeitig zu- oder abgesagt2–5 €
Trikot, Schienbeinschoner oder Schuhe vergessen3–5 €
Gelbe Karte wegen Meckern5–10 €
Gelb-Rot oder Rot10–25 €
Handy klingelt in der Kabinenansprache2–5 €

Mit dem Strafenkatalog-Generator stellt ihr euren Katalog in zwei Minuten zusammen und druckt ihn aus.

Transparenz: So gibt es keinen Streit

Fast jeder Streit um die Mannschaftskasse hat eine von drei Ursachen:

  • „Ich wusste nicht, dass ich noch was offen habe.“ Jeder Spieler sollte seine offenen Strafen selbst nachsehen können, statt beim Kassenwart nachzufragen.
  • „Wo ist das ganze Geld hin?“ Kontostand und die letzten Ausgaben gehören offen auf den Tisch, zum Beispiel einmal im Monat nach dem Training.
  • „Warum muss ich zahlen und er nicht?“ Gleiche Vergehen, gleiche Strafe. Ein fester Katalog nimmt die Willkür raus.

Saisonende und Spielerwechsel

Macht am Saisonende einen Kassensturz: Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen, offene Strafen eintreiben, den Stand gemeinsam prüfen. Dann entscheidet die Mannschaft, ob das Geld in die Abschlussfahrt fließt oder als Startguthaben in die nächste Saison geht.

Wechselt ein Spieler, begleicht er vorher seine offenen Strafen. Ob er einen anteiligen Beitrag zurückbekommt, steht dann schon in euren Regeln, wenn ihr ihn zu Saisonbeginn festgelegt habt.

Fragen

Häufige Fragen zur Mannschaftskasse

Mit Kabine

Die Mannschaftskasse, die jeder einsehen kann.

In Kabine vergibt der Kassenwart Strafen aus eurem Katalog. Jeder sieht, was er offen hat, und der Kontostand ist für alle sichtbar.

  • Eigener Strafenkatalog mit euren Beträgen
  • Offene Strafen pro Person auf einen Blick
  • Bezahlte Strafen landen automatisch als Einnahme in der Kasse

Passt dazu